SPD verliert die Wahl im Norden

spd-dislikeDie Moerser SPD hat mit 37,65% ein historisch miserables Ergebnis abgeliefert. Doch Prozentzahlen sind das eine, wichtiger sind die Menschen, die gewählt oder nicht gewählt haben. Nur noch 14.685 Wähler (von 83.014 Wahlberechtigten!) machten ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten. Über 1.200 Stimmen weniger als bei der Kommunalwahl 2009. Doch wo sind diese Stimmen hin? Blickt man auf die ebenfalls miserable Wahlbeteiligung, liegt nahe, dass ein großer Teil der ehemaligen SPD-Wähler diesmal zu Hause geblieben ist. Während die SPD in vielen Stadtteilen die Stimmenzahl halten und sogar gering ausbauen konnte, sind es gerade die ehemaligen SPD-Hochburgen im Moerser Norden, wo die Verluste besonders deutlich sind:
167 Stimmen Verlust in Meerbeck-Ost (–3,91%), 151 Stimmen Verlust in Rheinkamper Ring (–5,31%), 147 Stimmen Verlust in Eick-West (–7,02%) , 87 Stimmen Verlust in Meerbeck (–13,90%), 76 Stimmen Verlust in Eick-Ost (–3,96%) und 75 Stimmen Verlust in Kohlenhuck/Repelen (–3,28%).

Wahlanalyse SPD | Quelle: KRZN | Alle Angaben ohne Gewähr

Zudem gingen noch die Wahlbezirke Schwafheim/Asberg-Süd, Asberg und Vinn direkt an die CDU verloren. Den höchsten Stimmenverlust fuhr die SPD in Kapellen-Mitte/Achterarthsheide ein, ein Minus von 177 Stimmen (–7,68%). Hier konnte die Neu-Grüne Gudrun Tersteegen, die 2009 noch für die SPD antrat, um 141 Stimmen zulegen und für die Moerser Grünen ein Rekord-Ergebnis von 15,66% einfahren.

Die Wahlverluste im Moerser Norden sind auf die Vernachlässigung des SPD-Klientel zurückzuführen. Die drohende Schließung von Begegnungsstätten in Repelen, Eick-West und Meerbeck, die Aufgabe der Bürgerservice-Außenstellen in Meerbeck und Repelen haben alte Stammwähler getroffen und von der Wahl abgehalten. Der Traum, neue Wählerschichten zu gewinnen, hat sich nicht erfüllt.

Die SPD bleibt stärkste Fraktion im Moerser Stadtrat. Nun gilt es eine tragfähige und vernünftige Kooperation zu finden. Die Ampel hat nur noch eine knappe Mehrheit. Für die nächsten sechs Jahre wird das nicht reichen.

 

Demnächst: Gudrun rettet die Grünen